Empfehlung für eine Kamera für Landschaft und Portrait.

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Heute bekam ich von einer ehemaligen Teilnehmerin eines meiner Fotokurse eine Frage per Email. Ihre Kamera ist im Meer ertrunken und sie sucht eine neue für Portrait und Landschaft.
(Die Abbildung nebenan ist nicht die Antwort. ;-) )
Normalerweise beantworte ich solche Fragen nach konkreten Kaufempfehlungen nicht gerne (warum? ), aber diese spezielle Fragestellung scheint für viele interessant zu sein, deshalb hier meine Antwort.

Warum keine Kaufempfehlung?
Bitte frag mich nicht nach konkreten Kamera- oder Objektivempfehlungen.
Die Modelle wechseln so schnell, dass ich unmöglich alle Vor- und Nachteile der aktuellen Kameras kennen oder gar vergleichen könnte. Ich bin in Bezug auf Kameras ja kein Händler, sondern „nur“ Anwender. Und so kümmere ich mich um das aktuelle Angebot an konkreten Kameramodellen in der Regel nur dann, wenn ich selber etwas kaufen will.
Fragen zu Kaufempfehlungen, speziell zum Vergleich verschiedener Modelle, solltest Du in einem Fotoforum stellen, dort können Dir viele Nutzer ihre individuellen Erfahrungen mitteilen.
Das ist viel sinnvoller, als wenn ich Prospektwissen referieren würde.
Zu Objektivempfehlungen findest Du einige grundsätzliche Hinweise in meinem Kommentar zum Thema „Universalobjektiv„.

Hallo,
für konkrete Tipps bin ich der falsche, da ich mich mit dem aktuellen Angebot am Fotomarkt nicht auskenne – ich handele ja nicht mit Kameras.
Die von dir genannten Motivgruppen sind „langsame“ Motive, da tut es fast jede DSLR oder Systemkamera.
Sie sollte es erlauben, die Schärfentiefe per Blenden(vor-)wahl zu beeinflussen.
Das Objektiv sollte für Landschaft auch Weitwinkelbereiche abdecken. Für Portraits hilft  ein etwas engerer Bildwinkel,  Aufnahmen aus Gesprächsentfernung zum machen und damit angenehmere Proportionen des Gesichts zu erhalten. Und große Blendenöffnungen für starke Unschärfe im Hintergrund sollten ebenfalls  zur Verfügung stehen.

Vielleicht kaufst Du besser nicht die jeweils allerkleinste Kamera eines Herstellers, die sind in den Funktionen manchmal künstlich eingeschränkt, so dass evtl. kein AEB (Auto-Exposure-Bracketing , automatische Belichtungsreihe, eine wichtige Arbeitserleichterung für HDR) mit an Bord ist. Mit dem Einsteiger-Kit-Objektiv für Landschaft und das allgemeine und einem lichtstärkeren 50iger (größte Blendenöffnung, „Lichtstärke“, ab 1,8 oder sogar 1,4. Ob so etwas einigermaßen preiswert verfügbar ist, solltest Du bei der Wahl des Kameraherstellers berücksichtigen.) fürs Portrait (u.a.) bist Du dann recht sicher noch unter 1000,00€.
Sowas ist nicht schwer und recht gut transportabel.
Alternativ eine Systemkamera plus die entsprechenden Objektive geht natürlich auch, ist evtl. noch transportabler, aber vermutlich auch teurer.
Besser keine Bridge oder Kompakte mit kleinem Sensor, deren Schärfentiefe ist in der Regel zu groß für Portraits.

Soweit meine Antwort.
Hast Du noch eine allgemeine Empfehlung (bitte keine konkreten Modelle)? Schreib sie bitte unten in den Kommentarbereich.

Und wenn Du bei Amazon einkaufen und mich unterstützen willst, dann mach das einfach über diesen LInk zu Amazon. Du musst nicht mehr zahlen und ich erhalte ein paar Prozent der Kaufsumme.

/ 27. Jul 2017

Ein Gedanke zu „Empfehlung für eine Kamera für Landschaft und Portrait.

  1. Andreas Bischof

    Für Porträt würde ich den größten Sensor nehmen, den ich mir leisten kann. Bei einer Vollformat-Kamera wäre der Brennweitenbereich 75 – 120mm gut für Portraitaufnahmen. Bei einer typischen Crop-Kamera (2x) wäre das ein Brennweitenbereich von 37 – 60mm bzw. bei Crop-Faktor 1,5: 50 – 80mm . Bei Portraits spielt der Bildwinkel eine entscheidende Rolle. Bin ich im Brennweitenbereich unter 50mm so gibt es schnell eine dicke, große Nase, während die Ohren im Hintergrund verschwinden. Ist natürlich eine Frage des Portemonnaies, aber ich würde mindestens eine Crop 1,5 Kamera oder wenn es die Finanzen hergeben eine Vollformat-Kamera nehmen. Bei beruflicher Nutzung würde ich auf das Vorhandensein eines 2ten Speicherkarten-Slots achten (Schützt vor unliebsamen Kartenfehlern / Datenverlust beim Kundenauftrag).
    Für Portraitaufnahmen kann man übrigens auch wunderbar „Altglas“ adaptieren. Gerade bei der „langsamen Fotografie“ ist das eine tolle Alternative zu den meist sehr teuren aktuellen Objektiven, zumal diese einen sehr „cleanen Look“ produzieren, während die alten Linsen teils einen ganz besonderen gestalterischen Beitrag leisten können. Z. B. das alte Tokina AT-X Macro 90mm f/2.5 – wegen des tollen Bokees auch „Bokina“ genannt – ist auch heute noch gut z. B. über Ebay zu bekommen und kostet einen Bruchteil einer modernen lichtstarken Festbrennweite. Dafür muss die Kamera aber auch manuell steuerbar sein und wegen des Auflagemaßes empfiehlt sich bei der Altglas-Adaption eine Systemkamera, da hier in der Regel der Abstand zum Sensor wegen des fehlenden Spiegels geringer ist. Dadurch bekommt man fast für jeden alten Kameraanschluss gute, günstige Adapter.. Einige wenige DSLR kommen da (mit geringerem Linsenspektrum) auch noch infrage. Für Informationen zur Altglasadaption kann ich (wenn ich darf, lieber Tom!) an dieser Stelle den Digicamclub (http://www.digicamclub.de) empfehlen (Nettes Forum ohne Trolle).

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